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und Berichte
Schulkinder bei Anschlag getötet
Spiegel Online
Schulkinder bei Anschlag getötet
Beim
Einschlag einer Rakete in einen Schulhof in Afghanistan
sind sechs Kinder getötet worden. Ein Polizeisprecher
machte die Taliban für den Angriff verantwortlich.
Kabul -
Laut Polizeiangaben wurden 14 Menschen verletzt. Das
Geschoss habe die Schule in Assadabad im Osten des
Landes während des Unterrichts getroffen, ein Teil der
Schüler sei im Hof unterrichtet worden. Die toten
Schüler seien zwischen sieben und zehn Jahre alt. Die
Verletzten wurden in ein Krankenhaus der internationalen
Koalitionstruppen in Afghanistan gebracht. Die Schule
liege nahe einem von den US-Truppen geführten
Militärstützpunkt. Ein zweites Geschoss sei in der Nähe
auf freiem Feld eingeschlagen.
In der
östlichen Provinz Kunar kommt es immer wieder zu
Gefechten zwischen der Armee und den Taliban. "Die
Feinde Afghanistans haben zwei Raketen abgefeuert",
sagte ein Polizeisprecher. "Eine hat das Gelände einer
Grundschule getroffen."
lan/AP/AFP/Reuters
Kein Geld für den erlösenden
Flug
Kleine Zeitung
04.02.2006 05:00
Kein Geld für den erlösenden Flug
Seit Jahren leben fünf afghanische
Kinder getrennt von ihren Eltern und Geschwistern. Nun
könnte die Familie zusammengeführt werden - wenn das
Geld für den Flug nach Österreich aufgebracht werden
kann.
Seit 2001 ist Barieh Ali R. in
Österreich. Aus seinem Heimatland Afghanistan musste er
fliehen. Der Lkw-Mechaniker im Dienst des Militärs hatte
einen Lastwagen repariert, der einige Tage später
explodierte. Die Militärs beschuldigten R., er habe
vorsätzlich am Fahrzeug manipuliert, um die Explosion
herbeizuführen. Gefängnis und Folter folgten, ehe der
Mann sich schließlich freikaufen konnte. In einer
Nacht-und-Nebel-Aktion floh Barieh Ali R. schließlich
mit seiner Frau und zwei Töchtern.
Fünf seiner insgesamt sieben Kinder
musste das Ehepaar allerdings in Afghanistan
zurücklassen. Bei den Großeltern und Verwandten im
Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan schlugen
sich die Kinder durch. Aber dort war die Not auch groß -
wie die Sehnsucht der Kinder nach den Eltern und
Geschwistern in fernen Österreich.
Steiniger Weg
Seit Mai 2005 lebt die Familie R. im
Integrationswohnhaus Kapfenberg. Dort wurde die
Sozialarbeiterin Angelika Freitag auf deren Schicksal
aufmerksam. Seither bemüht sie sich um eine
Familienzusammenführung. "Es war ein steiniger Weg",
erinnert sich Freitag, "alles ging über 27 Ecken, keiner
erklärte sich für zuständig." Doch ihre Hartnäckigkeit
und die ihrer Mitstreiter machte sich schließlich
bezahlt: Im Jänner bekamen die fünf Kinder Grünes Licht
für ein Visum für Österreich.
Dieses kann allerdings nur in der
pakistanischen Hauptstadt Islamabad ausgestellt werden.
"Die Kinder haben ihren Schmuck, all ihr Hab und Gut
verkauft, um sich dann über die Grenze und weiter nach
Islamabad durchzuschlagen", sagt Freitag. Dort lebten
die Kinder wieder ein Wochenende lang auf der Straße -
denn der notwendige Dolmetscher war krank. Am Montag
dieser Woche bekamen dann drei der fünf Kinder ihr Visum
- die beiden anderen erst am Donnerstag.
Kein Geld für Flug
Die Familienzusammenführung vor Augen
tut sich nun ein weiteres Problem auf: Wer zahlt den
Flug der Kinder nach Österreich? "Rund 3500 Euro würden
wir brauchen", rechnet Thomas Lang vor. Er ist
Zivildiener im Integrationswohnhaus. "Jeder weitere Tag
in Islamabad ist für die Kinder eine enorme
Zusatzbelastung", gibt Lang zu bedenken, "haben sie doch
so gut wie nichts zum Leben." Und Freitag ergänzt: "Die
Mutter hat Depressionen, das jüngste Kind hier in
Österreich ist schwer zuckerkrank."
Lang wird nun die regionalen
Wohltätigkeitsvereine um rasche finanzielle Hilfe bitte.
Er hat auch bei der Raiffeisenbank Bruck ein Konto für
die Familie eingerichtet. Die Nummer: 110718, die
Bankleitzahl lautet 38029. "Wenn wir auch noch von der
Bevölkerung Spenden bekämen, wäre das ganz toll", meint
Lang.
ULF TOMASCHEK
"3500 Euro würden wir brauchen. Jeder
weitere Tag in Islamabad ist für die Kinder eine enorme
Zusatzbelastung, haben sie doch so gut wie nichts zum
Leben."
Thomas Lang, Zivildiener

Wien - Die
USA werden nach Angaben des afghanischen Präsidenten
Hamid Karzai ihre Truppen in Afghanistan im nächsten
Jahr wahrscheinlich reduzieren. Dies bedeute jedoch
nicht, dass Washington seinem Land weniger
Aufmerksamkeit schenken werde, so Karzai am Dienstag
in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit
Bundespräsident Heinz Fischer in Wien. Diese
Truppenreduzierung der Amerikaner werde durch die
NATO sowie afghanische Streitkräfte kompensiert.
Fischer zeigte sich nach dem Gespräch mit Karzai
optimistisch über die Entwicklung in Afghanistan.
Österreich werde seine Hilfszusagen einhalten.
Fischer verwies auf die Einsätze des
österreichischen Bundesheeres in Afghanistan und
zeigte sich erfreut, dass Karzai Unterstützung für
Österreichs Bestrebungen auf einen
UNO-Sicherheitsratssitz in den Jahren 2009/2010
zugesagt habe. Karzai sagte, sein Land werde solange
ausländische Truppen benötigen, bis "wir auf eigenen
Füßen stehen können" und die Institutionen wie
Militär, Polizei und Justiz gefestigt seien. Wann
dieser Zeitpunkt gekommen sein wird, lasse sich
derzeit nicht abschätzen. "Der Aufbau des Staates
braucht Zeit" und die "Wunden der Zerstörung" in
seinem Land müssten heilen.
Zum Terrorismus sagte der afghanische Präsident,
dieser werde Afghanistan noch länger beschäftigen.
Das der Terror nicht erfolgreich sei, habe jedoch
die "massive Teilnahme" an den jüngsten
Parlamentswahlen gezeigt. Die beste Antwort auf den
Terrorismus sei eine Stärkung der demokratischen
Institutionen. Die radikalislamischen Taliban und
die Terror-Organisation setze Karzai gleich: "Das
ist dasselbe, wir unterscheiden hier nicht." Er
betonte, seine Regierung habe die Kontrolle über das
ganze Land, allerdings fehlten in manchen
Landesteilen noch die "verwaltungstechnischen
Fähigkeiten" um die staatlichen Dienstleistungen
anbieten zu können.
Als wichtigstes Problem bezeichnete Karzai den
Drogenanbau in seinem Land. Im Vorjahr sei es
gelungen, den Mohnanbau um 21 Prozent zu reduzieren,
für heuer erwarte er ein ähnliches Ergebnis.
Bundespräsident Fischer unterstrich die Bedeutung
der neuen afghanischen Verfassung und der jüngsten,
fair verlaufenen Parlamentswahlen. Beeindruckt habe
ihn auch die wachsende Rolle der Frauen im
politischen Leben Afghanistans. Karzai sagte zu,
eine Ausstellung baktrischen Goldes nach Wien zu
bringen. Der afghanische Präsident besucht am
Nachmittag das Parlament, wo er mit
Nationalratspräsident Andreas Khol (V)
zusammentrifft. Am Abend ist ein Gespräch mit
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) vorgesehen.
Karzai hat am Montag und Dienstag auch an der
Konferenz "Der Islam in einer pluralistischen Welt"
in der Wiener Hofburg teilgenommen und in seinem
Redebeitrag vom Dienstagvormittag eine positive
Bilanz der letzten vier Jahre in seinem Land
gezogen. Es sei "viel erreicht" worden. Die
"progressive Verfassung" auf Basis des Islam
garantiere die gleichen Menschenrechte für alle,
anerkenne die soziale und sprachliche Vielfalt in
Afghanistan und habe dazu geführt, dass 71 der 249
afghanischen Parlamentsabgeordneten Frauen seien.
Der Aufbau einer afghanischen Zivilgesellschaft
zeige sich auch in der Vielfalt der Medien und der
Gründung von Menschenrechtsorganisationen.
Karzai wies darauf hin, dass der Islam historisch
immer eine tolerante Religion war und andere
Kulturen anerkannte. Die Muslime seien von Beginn an
"sehr kosmopolitisch" gewesen. "Wissenschaft,
Literatur und Kunst blühten." Er verwies auf die
gemeinsamen moralischen Werte der verschiedenen
Kulturen und Religionen, die das Fundament des
Zusammenlebens bilden müssten. (Schluss) hf/za
Quelle: APA
22 Jahre Hilfe für Kinder in
Not
Kieler Nachrichten
22
Jahre Hilfe für Kinder in Not
1983 gründete Ursula Nölle nach einem
Besuch in Pakistan und Afghanistan den "Verein zur
Unterstützung von Schulen für afghanische
Flüchtlingskinder". Zunächst kümmerte er sich um
Mädchen und Jungen, die vor dem Bürgerkrieg in ihrer
afghanischen Heimat ins Nachbarland Pakistan geflohen
waren, mehr und mehr verlagerte sich die Arbeit des
Vereins dann aber nach Afghanistan selbst.
Fast 50 Mal reiste die heute
81-jährige Vereinsgründerin, die inzwischen
Ehrenvorsitzende ist, bereits in das von Krieg,
Bürgerkrieg und Dürre schlimm verwüstete Land am
Hindukusch. 36 Schulen im Norden des Landes hat der
Verein in den 22 Jahren seines Bestehens gebaut oder
völlig saniert, 26 000 Kinder werden hier
unterrichtet.
Die Lehrer an den offiziellen Schulen
werden in Afghanistan inzwischen staatlich bezahlt,
aber den Bau, die Reparatur und die Unterhaltung von
Schulen fördert der Verein immer noch nach Kräften.
Etwa 500 000 Euro können jedes Jahr ausgegeben werden,
zum großen Teil aus Spenden, neuerdings auch aus
Mitteln der Bingo-Lotterie. Hoch angesehen ist der
Verein in Afghanistan auch, weil er in einer sehr
armen Region Arbeitsplätze schafft.
Kieler Nachrichten
Ratzeburger helfen Schülern in Afghanistan
Zur Schule zu gehen, ist für Kinder in
Afghanistan nicht selbstverständlich. Ein Verein aus
Schleswig-Holstein leistet seit Jahren große Hilfe, um
die Bildung in jenem Land zu verbessern.
Ratzeburg - Von einer abenteuerlichen
Reise durch eine karge Region Mittelasiens sind Helga
und Detlev Schumacher jetzt wieder in ihr Zuhause in
Ratzeburg heimgekehrt: Das Ehepaar besuchte im Auftrag
des Vereins Afghanistan-Schulen Einrichtungen, die mit
deutscher Hilfe gebaut wurden oder unterhalten werden.
Helga Schumacher war schon 2003 und
2004 zusammen mit der Vereinsgründerin Ursula Nölle in
Afghanistan, auch diesmal wollten die beiden Frauen
zusammen mit Vorstandsmitglied Britta Anton auf die
weite Reise gehen. Aus familiären Gründen musste
Ursula Nölle aber kurzfristig absagen, so dass Detlev
Schumacher einsprang, stellvertretender Vorsitzender
des Vereins und ein guter Kenner des Landes: Der
inzwischen pensionierte Pädagoge arbeitete von 1964
bis 1969 und dann noch einmal von 1969 bis 1975 als
Lehrer und für den Deutschen Entwicklungsdienst in
Kabul. Irgendwann einmal in das arme, aber
landschaftlich so faszinierende Afghanistan zurück zu
kehren, sei "ein lang gehegter Wunschtraum gewesen,
sagte Schumacher den LN.
Drei Tage blieben die drei deutschen
Besucher in Kabul und führten dort Gespräche mit
Vertretern der deutschen Botschaft, verschiedener
Hilfsorganisationen und mit dem Büro des Vereins
Afghanistan-Schulen. Dann ging es für gut zwei Wochen
in den abgelegenen Norden des Landes - dort, wo der
Verein fast alle "seine" Schulen gebaut hat.
Im Mittelpunkt der Tour stand diesmal
die Region Andkhoi an der Grenze zu Turkmenistan. Hier
unterstützt der Verein mehr als 30 Schulen, hinzu
kommen zahlreiche "Home- Schools", die in
Privathäusern eingerichtet wurden. Für manche Dörfer
sind die öffentlichen Schulen viel zu weit entfernt.
Durch die Privatschulen bekommen die Kinder wenigstens
einen Grundstock an Bildung.
"Die Freude war groß, als wir an der
Straße das erste blaue Hinweisschild zu unseren
Schulen entdeckten. Wir Erstbesucher waren sehr
beeindruckt von der Qualität, Zweckmäßigkeit und
Attraktivität der Schulen", berichtet Detlev
Schumacher. Die Mitarbeiter des Vereins in Afghanistan
kümmern sich nach seinen Worten auch um die Umsetzung
der wichtigen kleinen Dinge, die das Schulleben
erleichtern: "Schulmaterialien, Computer, Tische und
Bänke wurden geliefert, Müllgefäße aufgestellt,
Blumenbeete angelegt, Bäume gepflanzt,
Trinkwassertonnen aufgestellt."
Helga Schumacher ergänzt: "Wir sind
auf einem erfolgreichen Weg, der jedoch noch lange
nicht beendet ist, denn noch werden viele Kinder im
Freien, in Zelten und in abbruchreifen Bauten
unterrichtet." Mit relativ wenig Geld könne man enorm
viel bewirken: "Zurzeit bauen wir für 50 000 Euro eine
Schule mit zehn Klassen." Man wolle dabei versuchen,
mehr Schulgebäude aus dem traditionellen und in
Afghanistan überall zu findenden Lehm zu bauen. Das
Material für Betonhäuser müsse aus Pakistan importiert
werden.
Die Besucher aus Ratzeburg wurden
überall mit großer Gastfreundschaft aufgenommen. Ihr
Verein hat in Afghanistan inzwischen einen
hervorragenden Ruf. Der wird sich weiter verbessern,
da immer neue Projekte in Angriff genommen werden: So
sollen jetzt in einem ersten Schritt zu einer kleinen
Berufsschule zehn Tischler ausgebildet werden,
außerdem engagiert sich der Verein in Sachen
Erwachsenenbildung und Lehrerfortbildung. Auch als
Arbeitgeber sind die deutschen Helfer sehr geschätzt:
"Wir erstellen mit unserer afghanischen Bautruppe
immerhin vier bis fünf Bauten im Jahr", erzählt
Schumacher.
Seine Frau und er fuhren jedenfalls
mit einem sehr guten Gefühl wieder ab: "Wir werden in
Afghanistan gebraucht, wir sind dort willkommen, wir
haben viel erreicht und wir wollen unsere
beispielgebende Arbeit fortsetzen." Dafür werden nach
wie vor viele Spenden gebraucht. Näheres dazu ist bei
Familie Schumacher unter Telefon 04541/80 20 90 zu
erfahren.
22 Jahre Hilfe für Kinder in Not
Von Norbert Dreessen, LN
Österreichisches
Afghanistan-Kontingent zurück
Salzburger Nachrichten (SN)
Österreichisches Afghanistan-Kontingent zurück
30. Oktober 2005
Ein Großteil der Soldaten des
österreichischen Afghanistan-Kontingents AUCON3/ISAF
ist heute nach Österreich zurückgekehrt. Auch der Rest
des Kontingents befindet sich bereits auf dem Rückweg,
teilte das Verteidigungsministerium in der Früh in
einer Aussendung mit. Die Rückkehrer wurden in Linz
Hörsching empfangen.
Verteidigungsminister Platter sagte
zur Rückkehr des Bundesheerkontingents in Afghanistan:
"Seit 1960 beteiligt sich das Österreichische
Bundesheer an Missionen im Ausland um Sicherheit und
Stabilität für Menschen in unruhigen Regionen zu
gewährleisten - so auch in Afghanistan."
Einsatzraum war Kunduz. Die Soldaten
schützten die Wahlorganisation, sie unterstützten die
afghanische Armee und führten Patrouillen durch.
"Unser Ziel war es, das afghanische Volk am Weg in
eine stabile und sichere Zukunft zu unterstützen",
unterstrich Platter.
Die Soldaten verfügten über optimalen
Schutz: Elf Mannschaftstransportpanzer Pandur, einer
davon als Notarztwagen, sechs Dingo sowie erstmals die
neue Auslandseinsatzuniform, die für heiße
Temperaturen entwickelt wurde.
"Ich danke dem Kontingent für ihren
wertvollen Einsatz und freue mich über die gesunde
Rückkehr. Mein Dank gilt auch den Angehörigen für ihr
Verständnis und ihre Unterstützung unserer Soldaten",
so der Verteidigungsminister abschließend.
Der Einsatz basierte auf dem
UNO-Mandat, Resolution 1510 (2003) vom 13. Oktober
2003. Insgesamt wurden 200 Tonnen Gerät und Material
auf dem Luftweg aus dem Einsatzraum verbracht.
(INTERNET: http://www.bundesheer.at)
© SN/APA.